Kreismarsch „Gruß an Soest“

 

Brief des Bundesmusikdirektors für Spielleute in der BDBV, Dietmar Späthe an Franz-Josef Kemper (damaliger Kreisvorsitzender bei der Veröffentlichung)

 

Sehr geehrter Herr Kemper!

 

Ich danke Ihnen für die Zusendung der Noten von „Gruß an Soest“. Den beigefügten Unterlagen entnehme ich, dass auf Ihre Initiative hin, diese Komposition als Kreismarsch für Spielleute und Blasorchester geschaffen wurde, die sowohl gemeinsam als auch separat gespielt werden kann.

Ihre Idee und Initiative, dass gemeinsame Musizieren zu fördern, begrüße ich sehr. Das Verständnis füreinander und untereinander wird so in Musikerkreisen in idealer Weise gefördert. Überdies wird aus meiner Sicht das wiederholte gemeinsame Musizieren im Kreisverband eine eigene Identität schaffen.

 

Mit dazu beitragen wird die überzeugend gute handwerkliche Arbeit des Komponisten. Gleich in der Einleitung kommt durch aufsteigenden Akkordbewegungen im Triolenrhythmus und das Umspielen der abschließenden Dominate Musizierfreude auf. Diese findet im ersten Teil mit  einem leicht eingängigen Motiv ihre Fortsetzung. Die in der Wiederholung cantabel geführten Stimmen im Tenorhorn und Bariton  tragen ebenfalls und nochmals verstärkend dazu bei. In den Alt- und Tenorstimmen der Spielleute ist das leider nur teilweise wiederzufinden.

 

Weiterhin Erfreuliches bietet auch der zweite Teil. Hier wird auf das häufig zu findenden Solo der tiefen Stimmen verzichtet. Durch einen vollen und dichten Stimmensatz wird die hier gewünschte große Klangfülle dennoch erreicht und geschaffen. Aus Sicht der Spielleute ist das sehr erfreulich, denn Solopassagen im tiefen Register sind nur dann klanglich befriedigend, wenn  Spielleutekorps über zahlreiche Alt- und Tenorflöten verfügen. Das ist aber nur eher selten der Fall. Da aber auch Spielleutekorps den Marsch überzeugend darbieten können sollen, begrüße ich den hier gewählten Weg ausdrücklich.

Wie viele erfolgreiche Märsche, so verfügt auch der Titel „Gruß an Soest“ über ein eingängiges gesangliches Trio; quasi im Duett mit Stimmen im tiefen Register. Ein 16-taktiger wuchtiger und marcialer Zwischenteil gibt dem Werk noch einmal in besonderer Weise Kraft und Ausstrahlung. Einem Grandioso gleich, wird der Beginn der Trios noch einmal aufgegriffen und zu einem wirkungsvollen und fulminanten Abschluss geführt.

 

„Gruß an Soest“ ist ein Marsch, der – wie bereits gesagt – handwerklich gut gearbeitet  ist. Das gilt auch für das Arrangement für die Spielleute. Auf Grund seiner eingängigen, ansprechenden und gehaltvollen Tonsprache, die wird er schnell die Herzen der MusikerInnen erobern.

 

Ich gratulieren dem Komponisten und Kreisverband Soest zu dieser Komposition und hoffe, dass es möglichst viele Aufführungen geben wird.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dietmar Späthe